Die deutsche Linke hat ein neues Betätigungsfeld erschlossen, um ihren unermüdlichen Kampf gegen deutsche Kultur, Identität und Geschichte weiter zu befeuern: die Umbenennung von Straßen, Schulen, Universitäten und Kasernen. Von München über Tübingen bis Düsseldorf sind Historikerkommissionen und Studierendenräte zugange, um Schliemann und Schopenhauer, Bismarck und Luther als Sexisten und Rassisten zu verdammen und ihre Namen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. Auch die Männer des 20. Juli 1944 wie Höppner und Stauffenberg, die ihr Leben im Widerstand gelassen haben, sollen der damnatio memoriae verfallen. Selbst Erich Kästner, dessen Werke die Nazis öffentlich verbrannten, findet vor der neuen Jakobinern keine Gnade, da er sich nicht dazu durchringen konnte, zu emigrieren oder mindestens Selbstmorde zu gehen.

Nun kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass die hier am Werke befindlichen Historiker*innen und Studierenden im realen Dritten Reich unter keinen Umständen Widerstand geleistet hätten. Wer die Säuberungsappelle und Proskriptionslisten dieser Leute studiert, kann den Geist des Mitläufertums regelrecht riechen. Ihre Groß- und Urgroßeltern jedenfalls haben offenkundig nicht an Emigration oder gar Suizid gedacht, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach ihrem geliebten Führer bis zum Ende aller Tage zugejubelt.

Heute lassen ihre Enkel und Urenkel nichts unversucht, um den Deutschen ihre Geschichte, Kultur und Identität zu nehmen. Aus Bürgern eines Staates sollen abstrakte, bestimmungslose Individuen werden, die nirgends verwurzelt sind und dereinst das Wachs in den Händen einer weltweit expandierten, universal konzentrierten Macht werden sollen.

Die linken Eiferer und Bilderstürmer sind zugleich die Figuren, vor denen die großen Kritiker und Skeptiker der Demokratie seit jeher gewarnt haben: von der Idee der Gleichheit besessen, können sie Genialität und Größe auf den Tod nicht mehr ertragen; vom Geist des Ressentiment getrieben, sehen sie sich instinktiv veranlasst, alles auszuradieren, was auf irgendeine Weise besonders ist und sich über das eingeebnete Minimalniveau erhebt, das sie selbst repräsentieren.

Man möge sich nicht täuschen: die deutschen Linken werden sich am Ende auch mit einer Orgie der Umbenennungen nicht zufriedengeben. Sie werden die Bücher der großen Philosophen aus den Regalen der Bibliotheken reißen, weil sie von einem vermeintlichen Geist des Rassismus und der White Supremacy durchzogen sind. Und sie werden die großen Werke der europäischen Kunst aus den Museen entfernen und entsorgen, weil sie die Frau auf eine vermeintlich sexistische Weise darstellen.

Diese Linke wird nicht ruhen, bis es ihr gelungen ist, den Bestand der westlichen Kultur zu tilgen. In der Auseinandersetzung mit ihr geht es nicht um Wählerstimmen, Abgeordnetenmandate und andere politische Opportunitäten. Die Auseinandersetzung mit dieser Linken ist eine spirituelle Auseinandersetzung um die Existenz oder Nichtexistenz der westlichen Zivilisation.