In den vergangenen 30 Jahren ist es einer kleinen, kulturrevolutionären Pseudoelite nach und nach gelungen, unser Leben mit Verboten, Vorschriften und Bekenntniszwängen zu umstellen. Toxische Wörter dürfen nicht mehr verwendet werden, vom Zigeunerschnitzel bis zum Eskimo. Wer sein Kind als Indianer verkleidet Fasching oder Karneval feiern lässt, ist Rassist. Wer als Mann in einem öffentlichen Verkehrsmittel breitbeinig dasitzt oder sich erdreistet, einer Frau ein Kompliment zu machen, ist Sexist. Wer eine Familie gründen will, muss sich einen Brüter nennen lassen, einen öden Spießer, dem der überlegene Mut der Homosexuellen und die höhere Menschlichkeit der Transgender fehlen. Wer das Unglück hat, als Weißer oder gar Deutscher geboren zu sein, ist aufgefordert, ein Leben lang gebückt zu gehen und sich allzeit unter der Last einer ewigen, unauslöschlichen Schuld zu beugen.

Wie lange die linke Allmacht in diesem Lande noch währen wird, und wie arg sie es künftig noch treiben werden, weiß keiner. Eines aber ist gewiss: wie alle auf Knechtschaft, Zwang und Unterjochung gebauten Systeme wird auch das neu-linke Regime der Unterdrückung eines Tages zusammenbrechen und in Schimpf und Schande zerfallen. Dann werden die Menschen die Fenster aufreißen, und ein frischer Wind wird in die Häuser strömen. Ein Seufzer der Erleichterung und ein Schrei der Euphorie werden dann durch das Land gehen, und die Menschen werden – wie 1989 – naiv und unbedarfter Weise glauben, nun habe die Freiheit ein für alle Mal gesiegt. 

Bald darauf allerdings werden sich wieder die alten Fragen stellen, die immer gestellt worden sind, wenn ein auf ideologischem Wahnsinn und geistiger Versklavung beruhendes Zwangssystem kollabiert: Wie konnten wir uns all das nur so lange gefallen lassen? Warum sind wir einem System des Irrsinns und der Knechtschaft so hündisch und kriecherisch gefolgt? Wie konnten wir so unterwürfig sein und uns selbst moralisch so erniedrigen? Warum haben wir unseren Verstand so beleidigen, unsere Selbstachtung so mit Füßen treten lassen? Wie konnten wir so lange vergessen, dass der Mensch ein vernunftbegabtes, zur Freiheit geborenes Wesen ist?